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RE: Bandholm 24 BJ 77 Osmose • Absender: Lagom, 19.11.2020 12:18

Hallo Alex,
zur Beantwortung Deiner ersten Frage will ich etwas ausholen. Zu Beginn der GFK Ära wurden alle Schiffe ausschließlich mit Polyesterharzen gebaut. Das Thema Osmose tauchte erstmals ca. Mitte der 80er Jahre in Amerika auf, da hier die ersten Kunststoffboote gebaut wurden. Erst ab dieser Zeit suchte man nach den Ursachen der sog. Blasenpest. Mariboat verwendete in den 70ern für die Bandholmyachten Isophtalsäureharze, die schon wesentlich besser waren, aber eben auch nicht wasserundurchlässig. Das Boote aus dieser Zeit also Schäden durch Osmose bekamen und bekommen, ist daher nicht ungewöhnlich und auch nicht immer ein Zeichen mangelnder Qualität, sondern schlicht fehlender Kenntnis geschuldet. Verarbeitungsmängel wie einlaminierte Hohlräume und unzureichende Trocknungszeiten und -temperaturen kamen manchmal noch dazu. Bei der Sanierung unseres Bootes kam Vinylesterharz zum Einsatz, das vergleichbare Eigenschaften wie Epoxyharz besitzt. Zum Schluss eine Versiegelung aus Epoxyanstrichen. Auch heute noch werden Boote mit Polyesterharzen gebaut, es ist einfach eine Kostenfrage. Dagegen ist auch nichts einzuwenden, wenn eben das Unterwasserschiff mit Epoxy versiegelt wird.

Zu Deiner zweiten Frage:
Ich weiß ja nicht, wie weit Du schon gekommen bist. Bei allen mir bekannten Sanierungen in Eigenleistung haben die Besitzer als erstes das Unterwasserschiff komplett abgezogen, d.h. alle Anstriche mit der Abziehklinge bis auf das Gelcoat abgetragen. Das sollte möglichst bald nach dem Aufslippen passieren, um die Schäden erkennen zu können. Im nächsten Frühjahr ist der Rumpf ausgetrocknet und die Blasen haben sich zurück gebildet. Wenn die Schäden noch eher an der Oberfläche sind, was ich mal vermute und für Dich hoffe, und noch nicht tief in das Laminat eingedrungen sind, ist ein Aufbau mit Glasfasergewebe m.E. nicht nötig. Wie beschrieben, austrocknen lassen, gründlich anschleifen und vernünftig mit Epoxyanstrichen versiegeln, dann ist erst mal wieder Ruhe.
Übrigens, das Osmoseschäden hierzulande vielfach gar nicht unter den vielen Anstrichen erkannt werden, liegt daran, dass die Boote den Winter über an Land stehen und austrocknen können. Schiffe, die ganzjährig im Wasser liegen und dies auch noch in warmen Gewässern wie z.B. dem Mittelmeer, sind häufig massiv betroffen.

Zu Deinen Langfahrtplänen kann ich Dir nicht viel sagen. Ein Boot in der Größe der BA 24 ist heutzutage eher ungewöhnlich für ein Vorhaben dieser Art, es ist aber auch nicht ausgeschlossen. Es kommt wohl auf eine sorgfältige Vorbereitung an, sowohl was die Besatzung als auch das Boot angeht. Das Boot ist über einen längeren Zeitraum starken Belastungen ausgesetzt, also sollten z.B. stehendes und laufendes Gut möglichst neu und eher überdimensioniert sein. Aber da gibt es bestimmt erfahrenere Segler, die Dir mit Rat und Tat zur Seite stehen. Wir sind halt auf der Ostsee unterwegs, wo die Bedingungen i.d.R. handelbar sind, und wenn mal nicht, ist Landschutz meistens nicht weit weg. Gute Vorbereitung ist aber auch hier sinnvoll.

Ich wünsche Dir gutes Gelingen,
Gruß
Ralf


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